Neurodivergenz-sensible Therapie und neuroaffirmatives Coaching
Meine Haltung in der neurodivergenz-sensiblen Therapie bzw. im neuroaffirmativen Coaching ist, ADHS, Autismus, AuDHS, Hochsensibilität, Hochbegabung und all die anderen Neurodivergenzen nicht rein als Defizit, als Fehler und Mangel zu betrachten. Häufig haben wir mit Vorurteilen zu tun, zum Beispiel hören AutistInnen leider immer noch oft, sie hätten keinerlei soziale Kompetenz, ADHSler sein faul oder strengen sich einfach nur nicht ausreichend an. Und vielleicht bemerkst Du ja bei Dir selbst auch, dass Du denkst, du seist "zu sensibel" oder nicht "belastbar genug"?
Nichts davon ist korrekt, daher trete ich hier in meiner Praxis und mit all meinen Ressourcen und Online Angeboten dafür an, diese Vorurteile abzubauen. Indem Du Zusammenhänge verstehst, Dich selbst dadurch besser verstehst, lernst was du (in Deinem System) wirklich brauchst.
Vor allem aber auch, Dich zu supporten, begleiten und
Möglichkeiten aufzuzeigen:
- Dich selbst und Dein neurodivergentes System in der Gesamtheit besser zu verstehen und dadurch im zweiten Schritt
- Das eigene Nervensystem trotz Reizfilterstörung und inkonstanter Exekutivfunktionen zu regulieren bzw. früher redflags wahrzunehmen
- Prävention von neurodivergentem Burnout
- Erschöpfungszustände und innere Dauer-Anspannung abmildern
- Den eigenen Weg zu finden, sich selbst kennenzulernen (oder vielleicht auch erst einmal die Neugierde dafür zu wecken) um dann Masking und ungesunde Kompensation abzubauen
- Ressourcen stärken, Talente entdecken, Selbstwert, Leichtigkeit und innere Stabilität aufbauen
- Und konkrete individuelle tools und Konsequenzen herleiten, die helfen ein neurosensibles passendes setting und Umgebungskonzept zu suchen
Du musst nicht weiter trial & error machen, du brauchst nicht mehr Disziplin, Du musst Dich nicht noch mehr anstrengen, dich weiter verbiegen oder anpassen.
Du darfst Dich begleiten lassen und musst nicht alles alleine machen oder können.
Es darf einen Blick von außen brauchen, und einen Raum, in dem Du - vielleicht sogar zum ersten Mal in Deinem Leben - die Erfahrung machen kannst, dass es zu jederzeit 100% sicher ist, Emotionen zuzulassen und zu Sein. Und zwar mit Allem, was eben zu Dir gehört und gerade "da ist".
Einen sicheren Raum zwischen Dir und mir, in dem nichts "weggemacht" oder unterdrückt werden muss.
Einen ungefährlichen Raum, in dem Du das Tempo und die Richtung bestimmst und nicht irgendjemand anders.
Wir gehen den Weg gemeinsam - ich begleite Dich und Deinen Prozess, sodass Du sicher neue Erfahrungen machen kannst und Dich wiederfinden und /oder neu entdecken kannst im 1:1 Coaching, das ich für neurodivergente Nervensystem entwickelt habe.
Hol Dir hier einen Termin fürs neuroaffirmative Coaching:
Erwachsenen-ADHS
ADHS - neurodivergent und nicht krank!
Besonders wichtig ist mir in der Arbeit mit Dir, dass Du meine grundsätzliche Haltung kennst:
ADHS ist erstmal einfach ein besonderer Wahrnehmungs- und Reaktionsstil. Wenn du ADHS hast, wirst Du in der Fachsprache "neurodivergent" genannt. Das bedeutet, du stellst einfach nur einen anderen Bezug zur Welt her, als ein "neurotypischer" Mensch.
Als ADHS-betroffene Person kannst Du zu außerordentlicher Kreativität befähigt sein, und innovative und außergewöhnliche Lösungswege finden. "Thinking out of the box" ist für Dich vermutlich eine ganz intuitive Strategie; wenn Du spontan und reaktionsschnell ungewöhnliche Wege gehst, fühlst Du Dich vermutlich sicherer als wochenlange Planungen aufzusetzen. Bei Interesse an einer Tätigkeit kannst Du zu punktgenauen Höchstleistungen fähig sein und mit Deiner Flexibilität bist Du für viele andere Menschen Vorbild, vielleicht hast Du das aber noch nie bemerkt oder nie dieses Feedback bekommen und fühlst das alles für Dich so überhapt nicht.
Probleme bei der ADHS:
Wir dürfen nicht außer Acht lassen, dass durch verschiedene Umstände, ungünstiges Feedback von Außen (Schule, Beruf, Eltern ect.), Erziehung oder evtl. schlicht die Tatsache, dass oben genannte Befähigungen und Talente unentdeckt oder "vergraben" sind, schwerwiegende Belastungen und Sorgen und Nöte entstehen können.
Besonders wenn Du eine Frau bist, kann es leider sein, dass du gar nicht oder fehldiagostiziert wurdest. Die ADHS-Symptome können bei Frauen besonders sein und sehr schwer zu anderen Störungsbildern abzugrenzen, selbst für Fachpersonen keine einfache Aufgabe. Kuck gern weiter unten auf dieser Seite, wenn dich die weibliche Besonderheiten zur ADHS interessieren!
Wenn Du auf dieser Seite Informationen suchst, weil Du dich belastet fühlst, schreib mir - auch wenn ADHS immer seit Kindesalter besteht - können wir im Erwachsenenalter noch sehr viel tun. Du musst nicht "Zähne zusammenbeißen und durch".
Vor allem nicht alleine!
Im nächsten Absatz möchte ich drauf eingehen, wie genau das "wir können noch viel tun" aussehen kann.
Therapie / Nervensystem-Coaching bei adulter ADHS:
Die Notwendigkeit einer Behandlung der ADHS hängt maßgeblich davon ab, wie stark Du als betroffene Person in Deinem Leistungsvermögen und in Deinem Sozialleben beeinträchtigt bist und wie sehr Du unter den Symptomen leidest.
Solltest Du in deinem Alltag oder im Beruf sehr eingeschränkt sein, wenn Deine Partnerschaften regelmäßig zerbrechen oder sich in der Familie ständig Streit oder immer wiederkehrende Themen mit Kindern zeigen, kann eine Therapie oder ADHS Coaching hilfreich sein.
Vielleicht ist Dein Kind diagnostiziert worden (Stichwort hohe erbliche Genese ;o)) und Du möchtest Dir als Elternteil Unterstützung holen (Elternberatung / eigene Themen), weil die Situation bei euch zuhause Dich belastet und so viele andere Herausforderungen mit sich bringt, als bei anderen Familien. Du hast vielleicht Sorge, dass Du mit Deinem neurodivergenten Kind nicht mehr in Verbindung bist, ihr nur noch Probleme wälzt oder euer Alltag Dich so sehr anstrengt, dass es Dir richtig schwer fällt, immer liebevoll zugewandt zu bleiben. Oder Du erkennst dich plötzlich selbst in so vielen Kriterien wieder und vermutest eine Neurodivergenz bei Dir.
Wut über die Ungerechtigkeit, dass Vieles blöd gelaufen ist, weil niemand Deine ADHS früher erkannt hat und das Thema Trauer kucken wir uns auch gern gemeinsam an.
Für eine Behandlung spricht auch, wenn Deine innere Unruhe oder Überforderung so massiv ist, dass zur Entspannung Alkohol oder andere Substanzen konsumiert werden.
Wenn Du aus der Gedankenspirale gar nicht mehr gut aussteigen kannst, kleinste Entscheidungen Dich massiv überfordern oder Dein Selbstwert durch jahrelanges Maskieren so sehr gelitten hat, dass Du schon gar nicht mehr weißt, wer Du eigentlich wirklich bist.
Therapeutische Hilfe kann auch dann sinnvoll sein, wenn Du Peoplepleasing Verhalten oder Perfektionismus ablegen willst oder erlernen möchtest, Grenzen zu setzen oder du stark unter Prokrastination leidest und immer wieder in die gleiche Situation kommst - und dich schämst, weil Du wieder was nicht hingekriegt hast..
Mein Coaching ist auch ein Präventivkonzept - also ein Programm, das greift, bevor es zu spät ist. Es erklärt was bei der ADHS im Körper und Nervensystem passiert, und möchte verhindern, dass Du in einer Erschöpfungsdepression, Burnout landest oder andere Komorbiditäten entwickelst. Es kann Dir helfen, Dich und Deine besondere Nervensystemstruktur zu verstehen, Zusammenhänge rechtzeitig zu erkennen und so zu sinnvollen und wirkungsvollen Veränderungen deines Alltags mit weniger Frust, Stress und Überforderung beitragen.
Wir kucken gemeinsam, was DU am meisten brauchst und willst!
Selbstverständlich begleite ich Dich auch bei Erkrankungen, die oft begleitend auftreten, wie Depressionen, Anpassungs- oder Angsterkrankungen, Schlafstörungen und Erschöpfungszustände / Burnout psychotherapeutisch. Vielleicht erkennst Du Dich hier wieder, bist schon lange in Behandlung gewesen, aber nichts hat so wirklich geholfen - und weißt noch gar nicht, dass sich dahinter eine ADHS verbirgt. In manchen Lebensgeschichten fehlt "einfach nur" das Puzzlestück der ADHS Diagnose für eine korrekt eingestellte Medikation oder die Therapieform, die erst einmal Dein Nervensystem reguliert, Dir einen echten sicheren Rahmen dadurch bietet und dann zum ersten Mal so wirklich greift und etwas verändert.
Manchmal kann es auch so aussehen, als ob Du noch "funktionierst", eigentlich alles "irgendwie" noch hinkriegst und denkst manchmal, dass es Anderen ja viel schlechter geht als Dir, daher hast Du lange keine Hilfe aufgesucht. Allerdings spricht Dein Körper seit einer Weile mit Dir und Du bist ständig krank, oder hast wiederkehrende Beschwerden wie chronische Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Probleme mit Deinem Magen-Darm-Trakt, ohne dass Ärzte eine somatische Ursache dafür finden können. Hier sind wir dann im Bereich der "Psychosomatik" - was nichts mit eingebildeten Krankheiten zu tun hat, sondern schlicht mit der Tatsache, dass Deine Psyche und Dein Körper zusammenarbeiten und nicht getrennt voneinander zu betrachten - und manchmal eben auch nicht separat zu behandeln sind. Auch in diesem Bereich können wir gemeinsam psychotherapeutisch arbeiten.
Wenn Dich alles so stark überfordert, dass Du völlig verzweifelt bist und manchmal hoffst, dass alles einfach aufhört und Dein Leben vorbei ist, BITTE hole Dir dann sofort HILFE beim Krisendienst Bayern unter der 0800 6553000, der Nummer gegen Kummer für Erwachsene unter 0800 111 0550 oder der 112!
FRAUEN UND ADHS / AuDHS
Frauen erhalten ihre ADHS Diagnose im Schnitt 4 Jahre später als Männer. AuDHS wird sogar noch später diagnostiziert.
Frauen zeigen oft unauffällige (aber ebenso beeinträchtigende) Symptome: Sie kompensieren und wissen in der Regel sehr genau, was gesellschaftlich von ihnen erwartet wird). Häufig werden sie als Mädchen oder Jugendliche gar nicht diagnostiziert, als "Träumerchen" oder einfach ein bisschen "schusselig" und "verplant" oder "langsam" abgetan. Das Bild der ADHS wird in ihnen gar nicht wahrgenommen, weil viele Bezugspersonen und Pädagogen unter ADHS schlichtweg immernoch einzig und allein den Zappelphilipp, das extrem auffällige, weil laute, "schwierige" und impulsive Kind verstehen. Dabei machen diese Kinder einfach nur auf fehlerhafte Systeme aufmerksam.
du bist weder faul noch musst du dich mehr anstrengen...
ADHS-Symptomatik kann bei bei Frauen auch so aussehen:
- Viele ADHS-betroffene Frauen versuchen es allen Menschen rechtzumachen, sie wollen helfen und gebraucht werden. So können viele der Betroffenen schlecht „Nein“ sagen, haben Schwierigkeiten mit der eigenen Abgrenzungsfähigkeit. Dabei kommt es nicht selten in Hoffnung auf Anerkennung in der Gemeinschaft dazu, dass sie ausgenutzt oder benutzt werden und einen heftigen Perfektionismus entwickeln.
- Überdurchschnittlich häufig erleben die betroffenen Frauen ihre Umwelt hochsensibel. Sie sind meist schon als kleines Kind reizoffen, kriegen alles mit, was um sie herum passiert, nehmen mit jedem Sinn gleichzeitig auf, so scheint es. Häufig erinnern sich Eltern oder Bezugspersonen an deutlich ausgeprägtes Eigenstimulationsverhalten, also zum Beispiel Haaredrehen, Fingernägelkauen oder Ähnliches.
- Das Bedürfnis nach Ordnung und Harmonie ist meist deutlich stärker ausgeprägt als bei Jungen und Männern mit ADHS, auch wenn es den weiblichen Betroffenen oft nicht gelingen mag, diese Ordnung und Harmonie in ihrem Leben herzustellen, so sehr sie sich auch abmühen.
- Durch die ausgeprägten Schwierigkeiten die Aufmerksamkeit und Fokus in Leistungssituationen (zb. Job) konstant abzurufen zu können, enstehen Organisationsprobleme und sie wirken vergesslich, unsicher, zögerlich. Negatives, manchmal abwertendes Feedback vom Umfeld tritt wiederholt auf. So kommt es häufig zu Verweiflung, Frust und Hilflosigkeit, totaler Enttäuschung über sich selbst, vor allem wenn das enge Bezugsfeld den Betroffenen dauerhaft spiegelt, sie müssen sich "einfach mehr anstrengen" oder "sollen sich nicht so anstellen".
- als Erwachsene müssen betroffene Frauen sich nicht selten anhören, sie sollten besser "ihre Stimmungsschwankungen in den Griff kriegen" oder "nicht so sensibel überreagieren". Dass dies mit der ausgeprägten Affektlabilität, die häufig mit der ADHS einhergeht, nicht so einfach abzustellen ist, und die emotionale Achterbahn für sie selbst erschöpfend und anstregend ist, wird meist nicht erkannt - oder anerkannt. Als traurige Konsequenz daraus entsteht bei Frauen ein massiver Selbstwertverlust.
- So trägt sich die ADHS sehr häufig unerkannt bis ins Erwachsenenalter hinein - und - wird auch dann nur als adulte ADHS-Form diagnostiziert, wenn die diagnostizierende Fachperson den besonderen Wahrnehmungs- und Reaktionsstil der sich bei weiblichen ADHS Betroffenen zeigt, gut kennt. Denn: Frauen sind oft wahre Meisterinnen der Performance, des Perfektionismus und der Kompensation. Nicht selten schildern sie sehr souverän wirkend und lächelnd abwinkend bei der Hausärztin die Beschwerden als "gar nicht sooo schlimm". Von Freunden und Familienmitgliedern werden sie häufig als durchsetzungsfähig und voller Power beschrieben, was mit mentaler Gesundheit gleichgesetzt und hohen Anforderungen und Erwartungshaltung an sie belegt wird. Ich sehe viele ADHS betroffene Frauen, die an der Erschöpfungsgrenze leben und arbeiten, und die nicht selten mit einen Burnout zu mir kommen, weil sie jahrelang maskierten.
- Erwachsenen-ADHS äußert sich sehr unterschiedlich, so kann beispielweise auch erlebt werden, dass man nie zur Ruhe kommt, nie entspannen kann. Wer gerade nicht "auf dem Sprung" ist, noch etwas zu erledigen hat, sucht sich etwas, das es noch zu tun gibt. Ruhepausen können nicht als angenehm erlebt werden, die innere Unruhe wird als "Getriebensein" als sehr unangenehm und manchmal auch quälend erlebt. Schlafstörungen können mitunter die Folge sein. Dieser Stress überlastet das Nervensystem dauerhaft.
- Prokrastination macht vielen Betroffenen schwer zu schaffen.
- das Risiko für begleitende psychische Erkrankungen wie Abhängigkeitserkrankungen, Depressionen, Angststörungen und Essstörungen gilt als erhöht.
Das Verständnis der geschlechtsspezifischen Unterschiede bei ADHS ist entscheidend für eine frühzeitige und angemessene Diagnose und Begleitung.